(Gastbeitrag, Manuela Rubitzko)

Manuela Rubitzko, Klosterneuburgerin beim #selbstständigdenken

Bevor du meine Gedanken liest, möchte ich dich gerne wissen lassen, dass von mir nichts verallgemeinert wird und auch von dir nicht so aufgenommen werden sollte!

Was möchtest du, lieber Eigentümer, oder nur Mieter des eigenen Lebens sein? 

Jeder mündige Mensch trägt wohl bestenfalls in erster Linie die Verantwortung für sein eigenes Leben selber und sollte auch die Konsequenzen aus den daraus resultierenden Handlungen tragen können. So sollte es sein und so wird es vorgegeber Maßen ja auch vom Umfeld erwünscht. Doch wollen manche Gesellschaftsmitglieder sie tatsächlich um sich haben, diese Personen, die sich durch Nachdenken tatsächlich eine eigene Meinung bilden und danach dann auch noch zu handeln getrauen? 
Weder in der Politik, noch in der breiten Masse des Volkes sind jene Personen ernsthaft sehr begehrt, werden eher als lästig empfunden. Ganz einfach deswegen, weil sie sich mit Engagement und Fleiß einbringen und daraus unweigerlich gesellschaftliche Vorgaben resultieren. Jenen Personen, die lieber unbemerkt ihr eigenes Süppchen kochen, oder den anderen, die lieber raunzend in der Opferrolle tatenlos verharren, nichts aus Eigenantrieb ändern wollen, werden hierdurch ja automatisch in Zugzwang gebracht bzw. zum Handeln aufgerufen. 

„Das musst du so machen, weil…!“ Als Draufgabe: „Ich meine es ja nur gut mit dir, denn…!“
Auch wenn jene Worte des Öfteren vom Eigennutzen gekrönt sind, verleihen sie dem Empfänger dieser Worte gerne das trügende positive Gefühl, dass sich andere Personen nützliche Gedanken um ihre Mitmenschen machen. Ganz super finde ich dann noch die Aussage: „Jeder muss unbedingt seine Erfahrungen selber machen, weil……….!“ Besonders unseren Kindern wollen wir dies, aus unseren eigenen Erfahrungen heraus, gerne angedeihen lassen. Ja um Himmels Willen, wie denn? Wie sollen von einer Person eigene Erfahrungen gemacht werden, wenn das eigene Wollen häufig von allen Seiten,so, oder so, untermauert wird? 

…die politische Entwicklung – oder wie spalte ich das Volk?

Besonders die politische Entwicklung hat begonnen, ob bewusst, oder unbewusst, das Volk zu spalten. Es werden „angeblich“ mündige Staatsbürger erwünscht, während sie zeitgleich mit Gesetzeskeulen zusehends unmündiger gemacht werden! Rauchverbot und/oder wie vorgestern erstmals gelesen, neuerdings sogar Essverbot in den Wiener U-Bahnstationen. Über die „skurrile“ betrieblich verhängte Datenschutzgrundverordnung lässt sich in Zeiten wie diesen ohnehin diskutieren. Das Internet mit seiner Vielfalt vergisst doch ohnehin nichts, egal ob Einträge über, oder Bilder von eine(r) anderen Person, genauso Markierungen auf Facebook & CO. Alles lässt sich viele Jahre später noch abrufen. Adressen wurden immer und werden noch unter der Hand für gutes Geld verkauft. 

Verbote hier und noch mehr Verbote dort! Plötzlich wird ja sogar die „zu dunkle“ Panier unserer Wiener Schnitzel, bzw. die zu dunkel gebratenen Kartoffel usw. in (Gesundheits)Frage gestellt. Eigentlich dürfte demnach die Nachkriegsgeneration (unsere Eltern und Großeltern) gar nicht mehr leben. Andererseits, über die Fertiggerichte, die „kunstvolle“ Veränderung von Obst und Gemüse, veganer Wurstsorten (es ist ohnehin nicht nachvollziehbar, warum sich Fleisch- und Wurstverachter ihre Produkte in Wurstform wünschen), wird wenig verlautbart.

„…arbeitslos, zu jung, zu alt, Gesetzesflut…“

Was ist zum einen mit der anwachsenden Arbeitslosigkeit unschuldiger (zu alt für den Job, zu jung für die Pension) Personen und der daraus folgende Stress für jene MitarbeiterInnen, die somit die doppelte, oder dreifache Arbeit verrichten müssen? Burneout und Co lassen da gleich einmal schön grüssen. Wer der Obrigkeiten interessiert sich diesbezüglich für die Gesamtfolgen auf unsere Gesundheit? Leider nicht viele. Darüber wird ganz gerne geschwiegen. Warum wohl? Ganz klar, weil teils ganze Industriezweige (Ex-und Import, Pharmaindustrie usw.) damit sehr gutes Geld verdienen. Letztendlich verirren wir uns im Dschungel der Verbote, aber auch der unbrauchbaren (teils sehr ungesunden) Verordnungen, ohne zu wissen, welchen Sinn sie tatsächlich für uns bergen?! Etwas darüber nachgedacht, ließen sich viele Verordnungen und Verbote eventuell unter das Motto Volks-Beschäftigungstherapie, vielleicht sogar unter Schikane, einreihen? Wer weiß das schon, was tatsächlich dahinter steckt!? Denn wenn Personen meines Alters einmal an ihre Kinder- Jugendzeit zurückdenken, wird schnell klar, dass sich einst z.B. die Raucher und Nichtraucher nicht bekriegt haben. Jeder war fähig für sich selber zu entscheiden, was, wie und mit wem verträglich ist. Damals wurde vermieden, dass sich Gesetze bis in unser Wohnzimmer schleichen können. 

„…viel Arbeit, hohe Steuern…“

Weiter geht es mit, wer viel arbeitet, kann sich der Steuerabgaben nicht mehr erwehren. Wer nicht arbeiten will, dem geht es finanziell auch nicht viel schlechter, weil er unter Umständen sämtliche Gebühren-Befreiungen erfährt und fehlendes Geld mit mehr Freizeit aufwiegen kann. Unschuldige Arbeitslose werden oftmals vom AMS schikaniert, indem sie unbrauchbare Kurse besetzen müssen. Die Faulen fallen häufig unbemerkt durch den Rost. Wir geben lieber Geld für die Nachsorge, als präventiv aus. Sei es für die Gesundheit, für die Bildung, oder anderswo. Denn z.B. eine MRT wird trotz Wissen, dass einige Erkrankung bei einem Röntgen nicht ersichtlich sind, trotzdem erst nach dieser Untersuchung von der Krankenkasse bewilligt! Gespart wird generell gerne auf Kosten unserer Gesundheit, aber meist nicht dort, wo Sparen auch Sinn machen würde. 

„…erste Welt Probleme inklusive…“

Obst und Gemüse fault im Supermarkt in Plastikverpackungen schneller vor sich hin. Macht aber nichts, denn durch das Entsorgen verdorbener Lebensmittel, ist ja ein neuer Einkauf gesichert. Man muss ja sehen wo man mit seinem Jahresgewinn bleibt! Unser Obst wird ins Ausland exportiert. Im Gegenzug dafür Obst aus dem Ausland nach Österreich importiert. Selbst dann, wenn z.B. unsere Weintrauben reif sind, werden afrikanische eher im Supermarktregal vorgefundene. Gut so, denn dadurch kann der Ex- und Import auch gut leben. Gurken müssen künstlich gerade wachsen , weil krumm sind wir selber, oder?! 
Nachhaltigkeit lässt sich da jedenfalls keine mehr erkennen! 

Daraus enstand aus meiner Sicht bisher nur eines, nämlich die oben schon erwähnte, künstlich zwiegespaltene Gesellschaft. Die „Guten“, nichts hinterfragenden Schäfchen gegen die „bösen“, alles hinterfragenden Schäfchen?! Diesem „kranken“ System sind unter vielen anderen die sogenannten „Gutmenschen“ und die „Rassisten“ entwachsen. Ganz egal, denn die wahrscheinlich dahinterstehende Hauptsache ist, wir sind vielbeschäftig und es verbleibt uns wenig Zeit darüber nachzudenken. Diese Themen und noch viel mehr, zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch die Gesellschaft. 

Es gäbe noch so viel Rahmensprengendes zu beschreiben, was mein Verstehen schon lange nicht mehr erreicht. Eigentlich haben wir doch immer die Wahl! Was, wen aber wählen wir? Wo beginnt und wo endet eigentlich die gesellschaftliche Aufgabe jeder einzelnen Person? Nur raunzen geht doch nicht! Sich erfolglos nur einsetzen, macht ebenso keinen Sinn! 

Ich bin davon überzeugt, dass sich jeder von euch auf seine Art schon Gedanken sowie auch persönliche Erfahrungen mit gewissen Themen gemacht hat.

Oder? Mir ist sehr bewusst, dass darauf nicht viele Personen reagieren, oder kommentieren werden, weil das Internet und seine User wie schon beschrieben, halt alles mitbekommen, nichts vergessen und möglicherweise (ver)urteilen. Wer es aber völlig anders sieht, meint dass ich teils blinde Flecken habe, sollte es mich bitte wissen lassen. Feedback ist mir nämlich wichtig.

Und trotzdem, jetzt nochmals zu meiner Anfangsfrage: 

„Bist du lieber Eigentümer, oder nur Mieter deines eigenen Lebens?“

Manuela Rubitzko

(Anmerkung: Die Gedanken und Argumente sind die der Verfasserin. Ich teile nicht alle Ihrer Ansichten uneingeschränkt – vom Grunde her bin ich in vielerlei Hinsicht Manuelas Meinung und freue mich daher, dass sie mir erlaubt Ihren – ursprünglich auf FB veröffentlichten Beitrag – hier auf meiner Seite zu veröffentlichen, Bernd S. Pinzer – Zoon Politikon)

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