Heute ist der Tag der Muttersprache. Und da stelle ich mir die Frage, wie identitätsstiftend Sprache im Allgemeinen und Muttersprache bzw. Dialekt im Speziellen ist. Feststeht, dass die Muttersprache die Sprache der feinen Nuancen ist. Daher versuche ich mich an der Beantwortung der Frage auch gleich in meiner: Kärntnarisch 🙂

Heit is da Tog da Muattasproch

Do stöllt sich fia mi als Kärntna natirlich automatisch die Frog, wos hast des eigentlich fia mi und wie wichtig is es fia mi, Deutsch beziehungsweise Kärntnarisch zan reden. Is a Dialekt ibahaupt a Muattasproch? Glabst schodat des mehr, als wos es nutzt? Oda is des eh oke, wonn a jeda so red, wia ihm da Schnobl gwox’n is?

Sie sind aber nicht von da, gell?

Als Milizpolitika in Niederöstarreich host es holt nit gonz so anfoch, weil wenn’st wos sogst, hob i oft des G’fühl, doss die Leit eigentlich gor nit auf die Argumente hurch’n, sondan zerscht amol sog’n „Sie sind aber nicht von da, gell?“ Donn sog i imma des Gleiche: „Na, i bin aus Villach, oba i bin schon mehr ols doppelt so long do, im Osten von Österreich, als wos i in Kärnt’n wor!“ Donn sog’n die ondaren immer, dos sie dos Kärntnarisch eh so liab find’n und i was eigentlich nit, wos d’rauf zan sog’n, weil „liab“ wüll i jo meistens gor nit klingan .

Wonn i heite von daham red, red i von Zwentendorf

Unobhängig davon, wia long i schon do bin, steht fest, doss wenn i denk, i auf Kärntnarisch denk – und jetzt, wenn i’s genau nimm, kumm i drauf, dass dos eigentlich gor nit stimmt. In Wirklichkeit denk i wia a Kärntna, der seit 30 Johr niamma in Kärnt’n wohnt – Wonn i heite von daham red, red i von Zwent’ndorf, niamma von Villach. Mei Daham is Villach nur mehr donn, wonn’s um’s Eishockey geht. Und ob und zua, wenn i mit a poar Freind von mir, de a schon ewig do herausen san, irgendwie „ralitätsvaklärht“ iba unser Schulzeit in Kärnt’n red. Und da wirkliche Grund, warum i noch nit so vül von dem Dialekt von do haraus’n ongnumman hob is, doss mei Frau a a Villacharin is und mir daham kärntnarisch reden, natirlich a mit meina Mama, de jo a do in Zwentendorf is.
Es hot amol ana g’sogt, doss es a Zeich’n von Gscheitheit is, wenn ma sich sein Dialekt darholtet. I glab zwor nit, doss des a Zeich’n von Intelligenz is, oba vielleicht a Zeichn davon, doss ma bis zu an gewissen Grad mit sich söba und seiner Umgebung anigamoß’n z’fried’n is. Und z’fried’n kemma wirklich sein, wurscht wo ma wohnen in Österreich. Es geht uns ibaroll bedeitend bessa, als wia da Mehrzohl da Menschen auf da Wölt. Vielleicht sollt ma doss vül eftas sog’n – egal mit wos für an Dialekt!
I hob eich a zu dem Thema an Artikel aus da „Süddeitsch’n Zeitung“ ausgegrob’n.

Spaß beiseite: Es ist ernst

Am Tag der Muttersprache hoffe ich vor allem, dass wir mit den Menschen, die zu uns kommen, eine gemeinsame Sprache finden werden – ohne unsere Eigenheiten zu verlieren. So wie die Zwentendorfer_innen es mit mir geschafft haben 🙂

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