Verantwortung und Solidarität – Große Dinge, die sich die EU-Granden anlässlich des Asyl-Sondergipfels selbst aber auch ihren Mitgliedsstaaten verordnet haben.

Verantwortung und Solidarität also!

Als überzeugter Europäer nehme ich das, was der Kommissionspräsident als Parole ausgibt, natürlich ernst und versuche es in meinem unmittelbaren Umfeld umzusetzen. Ich hab’s eben mit der Idee, das wir auch von unten nach oben Veränderungen einleiten können. Der Ehrlichkeit halber muss man aber anmerken: Allzu leicht machen sie es mir im Moment nicht, die Vorreiter_innen der Europäischen Idee in Brüssel. Was dort derzeit unter dem Synonym Gipfelgespräch geboten wird, erinnert leider viel zu oft an die vielzitierte „Sandschaufeldiskussion“ unserer Kinder am Erpersdorfer Spielplatz – frei nach dem Motto „Gibst du mir nicht deine, gebe ich dir nicht meine. Und überhaupt bist du gar nicht mehr mein Freund.

Aber was kann ich dennoch persönlich umsetzen?

Da wäre einmal die Sache mit der Solidarität. Solidarität bedeutet in Tagen wie diesen für mich, am Stammtisch nicht wegzuhören. Vor allem nicht, wenn unreflektiert und bissig auf jene losgegangen wird, die unsere Hilfe brauchen. Es bedeutet für mich auch, nicht wegzusehen, wenn sich der Volkszorn öffentlich über Menschen ergießt, die schon seit Generationen bei uns leben und ihren Beitrag zum Gelingen unserer Gesellschaft beitragen. Vor allem aber bedeutet Solidarität für mich, nicht darüber weg zu lesen, wenn in sozialen Medien Hasstiraden und Lügen von Menschen verbreitet werden, denen ein paar Prozentpunkte bei bevorstehenden Wahlen näher liegen als die Zukunft unserer Kinder in einem in Vielfalt geeinten Europa.

Und mit der Verantwortung wird es plötzlich ganz einfach.

Denn Verantwortung im Großen setzt Eigenverantwortung im Kleinen voraus. Wer’s noch nicht probiert hat: Es wäre den Versuch wert!

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